KI – Technik und ihre möglichen Folgen

Blick in die Zukunft – künstliche Intelligenz

Ich möchte zunächst darauf hinweisen, dass die hier von mir angesprochene Radiosendung von hr1 am 2.6.2019 – im Talk waren Prof. Armin Grunwald, Mathematiker, Physiker und Philosoph, und Uwe Bernd – auf der Website als Podcast* heruntergeladen werden kann.

Prof. Grundwald leitet das Institut für Technikfolgenabschätzung in Karlsruhe und er berät den Deutschen Bundestag, ist außerdem Mitglied im Ethikrat für autonomes Fahren. Er ist auch Mitglied der Endlagerkommission, die sich mit der Endlagerforschung radioaktiven Mülls beschäftigt. Aktuelles Buch: „Der unterlegene Mensch“.

Die beiden Gesprächspartner werfen einen Blick in die Zukunft, diskutieren über das Für und Wider der KI, über mögliche Folgen der technischen Entwicklungen.

Ich gebe hier wesentliche Punkte des Gesprächs kurz wieder:

  • Technikfolgenabschätzung: Grunwald und seine Mitarbeiter beschäftigen sich in Karlsruhe mit den Fragen, welche Folgen unterschiedliche Techniken nach sich ziehen können. Sie kümmern sich auch um Varianten, die es letztendlich vielleicht gar nicht geben wird. Es geht um Zukunftswissen: Welche Folgen kann moderne Technik haben? Dabei wird die Betrachtung ganzheitlich vorgenommen: Technik plus Menschen plus Umgebung. Mögliche/r Nutzen, Chancen und Gefahren werden durchgespielt.
  • Autonomes Fahren: Laut Prof. Grunwald werden autonome Autos derart programmiert, dass sie sich an Regeln halten können (z. B. Straßenverkehrsregeln). Aber es können sogenannte Dilemma-Situationen entstehen, in denen sie sich nach ethischen Standards verhalten müssten. Bsp.: Ein autonomes Auto hat ein Hindernis auf seiner Seite, der Mensch im Auto auf der Gegenseite ebenfalls: Wer fährt zuerst? Ziel sollte es sein, dass Menschen sich im Straßenverkehr genauso wie immer verhalten können und nicht durch die neue Technik eingeschränkt werden. Er schätzt, dass der Entwicklungszeitraum etwa 10 Jahre beträgt, bis das autonome Fahren eine größere Rolle spielen wird. Seiner Einschätzung nach könnte die Lebensqualität auf dem Land durch autonom fahrende Autos erhöht werden. Besonders für ältere Menschen, auch im Hinblick auf mangelnde öffentliche Verkehrsmittel.
  • Was wäre, wenn wir die Kontrolle über die Algorithmen verlieren? Prof. Grunwald gibt zu bedenken, dass hochentwickelte Algorithmen bereits selbst lernen können. Allerdings verändert sich die Technik selbst in den Bahnen, in denen sie programmiert wird. Algorithmen sind für bestimmte Zwecke programmiert, die sie erfüllen. In seiner heutigen Beurteilung können Algorithmen keine Regeln verletzen. Würde ein Roboter in einem Nazi-Umfeld arbeiten, würde er genauso den Regeln folgen wie in einem alternativen Umfeld. Menschen hingegen haben eine Wahl.
  • Verluste am Arbeitsmarkt (Industrie 4.0): Durch Automatisierung und KI können Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. Hier muss in seinen Augen klug gegengesteuert werden in der Personalpolitik, bei den Unternehmen. Diese Entwicklungen müssen unbedingt mit einkalkuliert werden.
  • Überwachung: Grunwald macht auch deutlich, dass die mögliche Zusammenführung der Daten, die zu einer Person gesammelt werden dürften, schon viel über denjenigen preisgeben würden. Interesse daran hätten unter anderem Unternehmen, Werbeträger, Geheimdienste, der Staat. In der Demokratie herrscht die informationelle Selbstbestimmung. Unsere Staatsform verteidigt dieses Recht. Ein Diktator hingegen hätte die Superkontrolle über sein Volk, top Überwachungsmöglichkeiten, besser als jemals zuvor.
  • Ausblick: Grunwald ruft dazu auf, sich nicht anzupassen, sondern die Zukunft mitzugestalten. Auch und besonders in Hinsicht auf die digitalen Entwicklungsprozesse: Der Mensch sollte danach streben, seine digitale Mündigkeit zu behalten, nicht über die Schattenseiten der Technik hinwegzusehen und sich seiner Datenspuren bewusst zu werden.

Anette Seiffert vom Team der Second Universe, Bad Orb

*Quelle: hr1-Talk vom 2.6.2019, Gesprächspartner: Prof. Armin Grunwald und Uwe Bernd,
www.hr1.de/programm/podcasts/talk/index.html

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