Rockpoet Heinz Rudolf Kunze kommentiert Rechtschreibreform

Im hr1-Talk mit Uwe Bernd am 3.10.2018 äußerte sich Rockpoet Heinz Rudolf Kunze folgendermaßen zur Rechtschreibreform:

„Ich lasse mir nicht in mein Wasser spucken. Die Sprache ist mein Handwerkszeug. Als der niedersächsische Kultusminister freiwillig im vorauseilenden Gehorsam, bevor er es musste, die Rechtschreibreform eingeführt hat, habe ich ihm geschrieben und habe ihm gesagt: ‘Diese Barbarei mache ich nicht mit! Hier ist mein Parteibuch!‘“ (Anmerkung der Autorin dieses Blogs: Er trat damals aus der SPD aus.)

„Ich finde es unfassbar, dass durch ein ordre du mufti (Anmerkung: Befehl des Mufti) eingegriffen wird in ein organisches, lebendiges Ding wie eine Sprache. Dass sich Sprache ändert, das wissen wir doch alle. Sprache ist etwas, was mit dem Menschen elementar zu tun hat, und so der Mensch sich ändert, so ändert sich auch seine Sprache  –  ganz klar! Aber da einzugreifen und durch Verschlimmbesserungen die Sache noch komplizierter zu machen als vorher! Inzwischen weiß doch kein armer Lehrer mehr, was er machen soll, hat es völlig aufgegeben, und die Schüler schreiben jetzt nach Gehör, nach Geräusch, nach Geruch – was weiß ich. Und die kostbare Errungenschaft einer deutschen Nationalsprache, die sich über den Dialekt erhoben hat – von Bayern bis Friesland gelesen werden kann, geht den Bach runter. Zum Teufel sollen sie sich scheren, die dafür verantwortlich sind! In der Hölle sollen sie schmoren! (…) Günter Grass hat zum Beispiel bis zum Ende seines Lebens (und andere große Autoren) darauf bestanden, dass seine Bücher in der alten Rechtschreibung gedruckt werden. (…)“

Ein wunderbarer Kommentar zur (nicht mehr ganz so) neuen deutschen Rechtschreibung, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Anette Seiffert, Second Universe

Quelle: www.hr1.de

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